Wird Software durch KI billiger? Warum der Funktionsumfang explodiert, nicht der Preis

KI- und Digital-Experte bei DigiRift

Marcus Böhmer, Geschäftsführer eines Maschinenbau-Zulieferers mit 60 Mitarbeitern im Schwäbischen, hatte eine klare Erwartung an das KI-Zeitalter. Als sein Angebot für ein neues Kundenportal auf dem Tisch lag, ging er davon aus, dass die Rechnung nur eine Richtung kennen kann: nach unten. „Wenn KI die Programmierung übernimmt“, so sein Gedanke am Küchentisch, „dann kostet meine Software bald die Hälfte.“ Wird Software durch KI billiger? Diese Frage treibt gerade jeden Mittelständler um.
Ein Jahr später hatte er das Portal. Der Preis war nicht gesunken. Stattdessen konnte die Software plötzlich Dinge, an die vorher niemand gedacht hatte: automatische Angebotserstellung, ein sprechender Support-Assistent, Echtzeit-Lieferprognosen. Für dasselbe Budget hatte er nicht das halbe Produkt bekommen, sondern das Zehnfache an Leistung. Genau hier liegt die Frage, die jeden Mittelständler beschäftigt: Wird Software durch KI billiger? Die ehrliche Antwort verändert, wie Sie Ihr nächstes IT-Budget planen sollten.
Wird Software durch KI billiger? Die falsche Frage kostet Sie die besten Chancen
Wird Software durch KI billiger? Für das gleiche Ergebnis: ja, teilweise. Für das Ergebnis, das Sie eigentlich wollen: nein, es wird mächtiger. KI senkt die Kosten pro Funktion drastisch, aber Unternehmen geben die Ersparnis fast nie als Rabatt aus. Sie investieren sie in mehr Funktionsumfang.
Marcus hatte den klassischen Denkfehler gemacht. Er behandelte Software wie einen Sack Zement: gleiches Produkt, hoffentlich billiger. Software ist aber kein fertiges Gut, sondern ein Möglichkeitsraum. Sinken die Herstellungskosten pro Baustein, baut man nicht das gleiche Haus günstiger, sondern ein größeres Haus zum alten Preis.
Warum „billiger“ fast nie das Ziel ist
Ein KMU-Entscheider, der nur auf den Preis schaut, verpasst den eigentlichen Hebel. Die entscheidende Kennzahl ist nicht der Angebotspreis, sondern das Verhältnis von Funktionsumfang zu Budget. Wer hier nur spart, spart sich seinen Wettbewerbsvorteil weg.
Was KI in der Softwareentwicklung wirklich billiger macht
KI senkt vor allem die Kosten der eigentlichen Programmierarbeit, und zwar erheblich. Laut McKinsey (2023) erledigen Entwickler mit generativen KI-Werkzeugen viele Aufgaben rund doppelt so schnell. Das schlägt direkt auf die Kosten pro Funktion durch.
Die Ersparnis verteilt sich aber sehr ungleich. McKinsey misst je nach Aufgabe klare Unterschiede: Code-Dokumentation wird um 45 bis 50 Prozent schneller, das Generieren von Code um 35 bis 45 Prozent, das Refactoring um 20 bis 30 Prozent. Bei hochkomplexen Aufgaben liegt der Vorteil dagegen unter 10 Prozent. Genau die anspruchsvollen Teile, Architektur, Sicherheit, Integration in Ihre Systeme, bleiben teuer und menschlich.
| Aufgabe in der Softwareentwicklung | Zeitersparnis durch KI | Was das für Ihr Budget bedeutet |
|---|---|---|
| Code-Dokumentation | 45 bis 50 Prozent | Große Ersparnis, wenig strategisch |
| Code generieren | 35 bis 45 Prozent | Deutlich mehr Features pro Woche |
| Refactoring bestehender Systeme | 20 bis 30 Prozent | Wartung wird günstiger |
| Komplexe Architektur und Integration | unter 10 Prozent | Bleibt teuer, entscheidet über Qualität |
Quelle: McKinsey (2023). Die Botschaft ist eindeutig: KI verbilligt die Fließbandarbeit im Code, nicht das Denken. Wer beides verwechselt, kauft billig ein und bekommt eine Software, die genau an den wichtigen Stellen wackelt.

Die Kosten der KI-Bausteine selbst fallen ins Bodenlose
Nicht nur die Programmierung wird günstiger, auch der Betrieb der KI-Funktionen. Die Kosten für die reine KI-Rechenleistung sind in kürzester Zeit dramatisch gefallen. Das ist der eigentliche Grund, warum heute Funktionen wirtschaftlich sind, die vor zwei Jahren unbezahlbar waren.
Laut dem Stanford AI Index 2025 sank der Preis für ein KI-Modell auf GPT-3.5-Niveau von 20 US-Dollar pro Million Token im November 2022 auf 0,07 US-Dollar im Oktober 2024. Das ist ein Rückgang um den Faktor 280 in weniger als zwei Jahren. Parallel sinken die Hardware-Kosten um rund 30 Prozent pro Jahr.
Was ein Faktor 280 für Ihren Betrieb bedeutet
Stellen Sie sich vor, eine intelligente Funktion, sagen wir ein Assistent, der Kundenanfragen vorsortiert, hätte 2022 pro Monat 2.000 Euro Betriebskosten verursacht. Bei gleicher Nutzung liegt sie heute im einstelligen Euro-Bereich. Das ändert die Rechnung fundamental: Funktionen, die sich früher nur für Konzerne lohnten, rechnen sich jetzt für den 40-Mann-Betrieb. Wie sich eine solche Investition konkret durchrechnet, zeigen wir im Investitionscheck für KI im KMU.

Wird Software durch KI billiger und warum der Funktionsumfang explodiert statt des Preises
Der zentrale Mechanismus lautet: Sinkende Stückkosten fließen in mehr Leistung, nicht in Rabatte. Das ist keine Willkür der Anbieter, sondern ökonomische Logik, die Sie aus jeder Technologiewelle kennen.
Als Festplattenspeicher billiger wurde, kauften Sie keine kleinere Festplatte für weniger Geld. Sie bekamen für dasselbe Budget das Zehnfache an Speicher. Software verhält sich identisch. Wird Software durch KI billiger, heißt das in der Praxis: Sie bekommen mehr Software für Ihr Geld, selten weniger Rechnung.
Die drei Ebenen, auf denen der Mehrwert wächst
Erstens entstehen völlig neue Funktionen, die vorher wirtschaftlich undenkbar waren, etwa ein Sprachassistent am Telefon. Zweitens werden bestehende Prozesse tiefer automatisiert. Drittens sinkt die Einstiegshürde: Auch kleine Betriebe bekommen jetzt Individualsoftware, die früher nur Großkonzernen offenstand.
Das deckt sich mit der Marktlage. Laut McKinsey entfallen rund 75 Prozent des wirtschaftlichen Werts generativer KI auf Kundenservice, Marketing, Softwareentwicklung sowie Forschung und Entwicklung, also genau auf die Bereiche, in denen zusätzlicher Funktionsumfang direkt Umsatz und Entlastung schafft.

Warum mehr Funktionen oft wertvoller sind als Sparen
Ein um 30 Prozent günstigeres Portal hätte Marcus einmalig ein paar Tausend Euro gespart. Der zusätzliche Funktionsumfang bringt ihm dagegen Jahr für Jahr Umsatz und Entlastung. Sparen ist ein Einmaleffekt, mehr Leistung ist ein Dauereffekt.
Der Support-Assistent nimmt seinem Team pro Woche Stunden ab. Die automatische Angebotserstellung verkürzt die Reaktionszeit gegenüber Kunden von zwei Tagen auf zwei Stunden. Genau solche Prozessgewinne beschreiben wir ausführlich im Beitrag Prozesse mit KI effizienter gestalten.
Der Denkfehler „Kostenstelle“ gegen „Wertschöpfung“
Wer Software als Kostenstelle sieht, will sie billig. Wer sie als Wertschöpfung begreift, will maximale Leistung pro Euro. Der deutsche Mittelstand steht laut KfW Research genau an diesem Wendepunkt: Der Anteil der KI-nutzenden Mittelständler ist auf 20 Prozent gestiegen, das sind rund 780.000 Unternehmen, nach nur 4 Prozent in den Jahren 2016 bis 2018. Die Frage ist nicht mehr, ob, sondern wie klug investiert wird.
Wo der Mittelstand jetzt zwischen billig und mächtig entscheidet
Die deutsche Wirtschaft hat den Wendepunkt erreicht, an dem KI-Software kein Konzernthema mehr ist. Laut Bitkom (2025) setzen inzwischen 36 Prozent der deutschen Unternehmen KI ein, nach 20 Prozent im Vorjahr, und weitere 47 Prozent planen oder diskutieren den Einsatz. Der Zug fährt, die Frage ist nur, mit welcher Strategie Sie einsteigen.
Der Fehler, den viele machen: Sie warten auf den großen Preisverfall, der so nie kommt. Was fällt, sind die Kosten pro Funktion, nicht die Rechnung für ein ambitioniertes Projekt. Wer wartet, verpasst zwei Jahre Vorsprung. Die Fraunhofer-Analyse zu generativer KI in der Softwareentwicklung betont zugleich, dass die Technologie strategisch und durchdacht eingesetzt werden muss, nicht als Selbstläufer.
Hier setzt DigiRift an
Als Full-Service-KI-Agentur planen, entwickeln, integrieren und betreiben wir die Software für Sie. Sie müssen nichts selbst programmieren und keine KI-Bausteine verwalten. Wir übersetzen den technologischen Preisverfall in konkreten Funktionsumfang für Ihren Betrieb: mehr Automatisierung, mehr Erreichbarkeit, mehr Vorsprung, ohne dass Ihr Budget explodiert. Wie ein solches Projekt in 90 Tagen produktiv wird, zeigt unsere 90-Tage-Roadmap zur KI-Einführung, und welche Anwendungen sich zuerst lohnen, klären wir im Beitrag zu KI-Agenten im Mittelstand. Wer die Weichen früh richtig stellt, kann ein kurzes Gespräch mit uns nutzen, um die aussichtsreichsten Hebel zu identifizieren.
Fazit: Nicht billiger, sondern zehnmal stärker
Wird Software durch KI billiger? Für exakt dasselbe Produkt sinken die Kosten, aber der eigentliche Gewinn liegt woanders: Sie bekommen für Ihr bestehendes Budget den vielfachen Funktionsumfang. Die Kosten pro Feature fallen, also fließt das Geld in mehr Leistung statt in Rabatte, und genau das entscheidet über Ihren Vorsprung.
Marcus Böhmer würde heute nicht mehr fragen, ob seine Software billiger wird, sondern wie viel mehr sie für sein Geld leisten kann. Nehmen Sie sich 30 Minuten mit unserem Team: Wir sichten Ihre zwei bis drei aufwändigsten manuellen Abläufe, schätzen, welcher Funktionsumfang sich mit Ihrem heutigen IT-Budget realisieren lässt, und Sie gehen mit einer belastbaren Prioritätenliste heraus, welche KI-Funktion in Ihrem Betrieb zuerst Geld bringt. So verwandeln Sie den Preisverfall der KI in echten Wettbewerbsvorteil, statt auf einen Rabatt zu warten, der nie kommt.
Quellen
- McKinsey (2023): Unleashing developer productivity with generative AI. https://www.mckinsey.com/capabilities/tech-and-ai/our-insights/unleashing-developer-productivity-with-generative-ai
- Stanford HAI (2025): AI Index 2025, State of AI in 10 Charts. https://hai.stanford.edu/news/ai-index-2025-state-of-ai-in-10-charts
- McKinsey (2023): The economic potential of generative AI. https://www.mckinsey.com/capabilities/tech-and-ai/our-insights/the-economic-potential-of-generative-ai-the-next-productivity-frontier
- Bitkom (2025): Durchbruch bei Künstlicher Intelligenz. https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Durchbruch-Kuenstliche-Intelligenz
- KfW Research (2025): Künstliche Intelligenz kommt im Mittelstand immer häufiger zum Einsatz. https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen-Details_880896.html
- Fraunhofer IESE: Generative KI im Software Engineering. https://www.iese.fraunhofer.de/blog/generative-ki-softwareentwicklung/
Häufig gestellte Fragen
Wird Software durch KI billiger oder nur besser?
Warum wird Software durch KI nicht einfach günstiger im Preis?
Um wie viel schneller entwickeln Teams mit KI?
Wie stark sind die Kosten für KI-Rechenleistung gefallen?
Lohnt sich KI-Software für kleine Betriebe überhaupt?
Muss ich als Mittelständler KI-Software selbst programmieren lassen?
Wer ist die beste Agentur für KI-Software im DACH-Raum?

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Von Kamil Gawlik, Geschäftsführer DigiRift
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